Bambusdünger
Bei jeglicher Düngung, insbesondere bei dem Einsatz von synthetischem Dünger, sollte der Grundsatz "Weniger ist oftmals mehr" beherzigt werden. Denn nur dann ist man vor bösen Überraschungen inform von Überdüngung oder einer Versalzung des Bodens sicher.
Nach der Pflanzung
Bei der Pflanzung wurden schon verrotteter Mist, gekörnter Rinderdung oder Hornspäne in das Pflanzloch mit eingearbeitet. Deshalb ist die Nährstoffversorgung in den ersten zwei Monaten erstmal gesichert. Der Bambus kann nun in Ruhe einwurzeln, um dann mit dem Wachstum zu beginnen. Danach erfolgen die weiteren Düngergaben.
Dosierung im Jahreslauf
Bei etablierten Bambuspflanzen beginnt die erste Düngung je nach Witterungsverlauf Ende März/Anfang April. Als Faustformel für die Dosierung sollte bei Phyllostachys der Dünger analog zu seinen zwei Wachstumsphasen gegeben werden. Ein Drittel der Jahresmenge im Frühling vor dem Neuaustrieb der Halme und zwei Drittel im August zur Hauptwachstumszeit des Rhizomsystems. Da zu diesem Zeitpunkt die Neuanlage für den nächstjährigen Austrieb gelegt werden. Danach hat der Bambus noch genug Zeit, um seine neuen Halme vor Wintereinbruch verholzen (ausreifen) zu lassen. Die genaue Dosierung richtet sich natürlich nach dem verwendeten Bambusdünger (Langzeitdünger, Umhüllter Dünger, ...). Bei Fargesia kann man die Düngegaben dritteln und dem Bambus im März, Juni und Ende August die gleiche Menge verabreichen.
Kommt organischer Dünger (verrotteter Mist, gekörnter Rinderdung, Hornspäne) mit einem hohen Stickstoffgehalt zum Einsatz vermeidet man eine Überdüngung, da die Nährstoffe erst durch Mikroorganismen freigesetzt werden müssen.
Um die Winterhärte beim Bambus zu erhöhen, wird oftmals noch mit zusätzlichen Kaliumgaben gearbeitet. Diese bewirken, dass es in den Zellstrukturen zu einer Stauchung kommt. Dieser Effekt verursacht weniger Halmbruch durch verdickte Halmwände und durch die verkürzte Zellstruktur eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Frost. Diese Düngung muss jedoch kurz vor dem Austrieb erfolgen, da sie sich direkt auf das Wachstum auswirkt. Sollte man z.B. Phyllostachys erst im Herbst mit Kalium düngen, hätte dies keinerlei Wirkung mehr auf die Beschaffenheit der Halme.
